Wie sollte sich der Goldbekmarkt entwickeln?
Hier muss man zwischen Fakten und unserer Bewertung unterscheiden.
Fakt: Der Markt ist bereits fest in die Nachbarschaft eingebunden. Die Stadt hebt ausdrücklich seine Funktion als Treffpunkt hervor, an dem sich die Nachbarschaft zum Frühstück und Klönschnack trifft.
Unsere Einschätzung: Genau diese Funktion sollte ausgebaut werden, ohne aus dem Wochenmarkt einen weiteren Lifestyle-Food-Court zu machen.
Der Goldbekmarkt braucht nicht unbedingt mehr Stände.
Er braucht vor allem Qualität und Identität.
Wir würden uns für seine zukünftige Entwicklung fünf Dinge wünschen:
- Mehr regionale Erzeuger aus Hamburg und dem Umland.
- Einige wechselnde kleine Manufakturen und Produzenten.
- Mehr Mehrweg und möglichst wenig unnötige Verpackungen.
- Eine behutsame Erweiterung der gastronomischen Qualität.
- Vor allem den Erhalt des klassischen Lebensmittelangebots.
Denn wenn irgendwann 70 Prozent der Fläche aus Espresso, Naturwein und Trüffel-Sandwiches bestehen, hat man zwar einen hübschen Samstagsevent geschaffen, aber den Wochenmarkt abgeschafft.
Goldbekmarkt gegen Isemarkt
Der Vergleich ist unvermeidlich.
Der Isemarkt ist größer, spektakulärer und aufgrund seiner Länge schon beinahe eine Hamburger Sehenswürdigkeit.
Der Goldbekmarkt ist kleiner und intimer.
Und genau deshalb gefällt er uns.
Beim Isemarkt denkt man:
„Das muss man einmal gesehen haben.“
Beim Goldbekmarkt denkt man:
„Hier könnte ich jeden Samstag einkaufen.“
Für Touristen:
Isemarkt 10/10 – Goldbekmarkt 9/10.
Für das tatsächliche Nachbarschaftsgefühl:
Goldbekmarkt 10/10.
Styling Guide – Winterhude Saturday Morning
Mallorca-Styling wäre hier angesichts des Hamburger Novemberregens ein mutiges soziales Experiment. Deshalb machen wir daraus den Winterhude Market Look.
Für Frauen:
Straight Jeans oder weite Stoffhose, weißes Shirt oder Bluse, leichter Trenchcoat, Sneaker oder Loafer und große Ledertasche beziehungsweise schöner Shopper.
Für Männer:
Chino oder dunkle Jeans, Oxford-Shirt oder Polo, Overshirt und saubere Sneaker.
Im Herbst:
Strick, Wollmantel und Chelsea Boots.
Im Winter:
Das, was warm hält.
Hamburg hat im Januar wenig Verständnis für Fashion-Konzepte, bei denen die Knöchel aus ästhetischen Gründen frieren sollen.
Und immer:
große Einkaufstasche mitnehmen.